10 einfache Regeln für Unternehmen, um das Internet professionell und erfolgreicher zu nutzen
Wir haben hier zehn wichtige Regeln für die professionelle Nutzung des Internet in ebenso provokanter wie verständlicher Form für Sie zusammengestellt. Sie mögen Ihnen als Handlungsleitfaden und Anregung dienen und gelten unabhängig davon, in welcher Branche Sie unterwegs sind und in welcher Liga Sie "spielen". Es gibt natürlich noch viel mehr zu beachten, wenn man sich geschäftlich mit dem Thema Internet auseinandersetzt. Aber wenn Sie sich an diese Grundsätze halten, sind bereits Sie auf gutem Weg, das Internet erfolgreich und gewinnbringend für Ihr Unternehmen zu nutzen.
Auf Ihre Sicht kommt es nicht an!
Nichts ist so alt wie die Tageszeitung von gestern
Nur 24 Std. bis zur Unzufriedenheit
Auch elektronischer Geschäftsverkehr ist Geschäftsverkehr
Geiz ist geil - an der richtigen Stelle
Regelverstöße können teuer werden
1. Brauche ich ein Telefon?
Komische Frage, stimmt. Die Frage "Brauche ich das Internet?" sollte Ihnen genauso komisch vorkommen. Denn die Antwort lautet selbstverständlich: JA! Nehmen Sie dieses Medium, in dem sich hunderte Millionen von Menschen aller Altersgruppen bewegen, sehr ernst und nutzen Sie es aktiv, beispielsweise zur Kundenbindung und -gewinnung, als Imageträger, zur Informationsbeschaffung und auch, um eine Menge Kosten zu sparen.
2. Auf Ihre Sicht kommt es nicht an!
Ihr eigener Internetauftritt sollte Ihnen schon gefallen. Es ist jedoch nicht wichtig, was Sie dort über Ihr Unternehmen lesen möchten. Es kommt vielmehr auf eine andere Sicht an: die Kundensicht! Wechseln Sie die Rolle, wenn Sie Ihren Internetauftritt gestalten und fragen Sie sich: Was gefällt Ihren Kunden, welches Angebot animiert zum erneuten Besuch des Internet-Auftritts oder zum Besuch des Ladengeschäfts? Welche Informationen und Kommunikationsangebote werden von Kunden wirklich benötigt, um eine Kaufentscheidung zu treffen? Und denken Sie auch an andere Zielgruppen: wie attraktiv präsentiert sich Ihr Unternehmen etwa für potentielle Mitarbeiter, die sich über Ihr Unternehmen informieren möchten? Welche Informationen haben Sie für die Presse parat, die gern über Ihr Unternehmen berichten würde? Stellen Sie also die richtigen Fragen, wenn Ihr Internetauftritt die richtigen Antworten bieten soll.
3. "Feuer frei aus allen Rohren"
Wenn Sie einen Internetauftritt betreiben und mit Geschäftspartnern per E-Mail kommunizieren, dann nutzen Sie jede Gelegenheit, um für diese Adressen zu werben. Damit ist zunächst einmal nicht teure Radio- oder Fernsehwerbung gemeint. Machen Sie es sich zur ebenso einfachen wie kostengünstigen Regel, dass einfach jedes geeignete Material und Schriftstück einen Hinweis auf die Homepage und die E-Mail Adresse Ihres Unternehmes enthält. Das fängt bei dem Briefpapier an, geht mit Produktverpackungen und der Erwähnung in der normalen Printanzeige weiter und endet noch lange nicht bei dem Werbegeschenk oder dem PKW-Aufkleber. Seien Sie kreativ und ständig auf der Suche nach neuen, günstigen Möglichkeiten, um Ihren Auftritt zu bewerben. Wir haben hier 24 Beispiele anderer Firmen für Sie zusammengestellt - lassen Sie sich inspirieren!
4. Nichts ist so alt wie die Tageszeitung von gestern
Wenn Sie nicht gerade selber eine Tageszeitung herausgeben, muss Ihr Internetangebot sicher nicht tagesaktuell sein. Aber aktuell sollten die Informationen schon sein: Veraltete Informationen, etwa über das "tolle Gewinnspiel" (das letzten Monat schon beendet wurde) oder über Produkte (die gar nicht mehr im Sortiment stehen), sind so ziemlich das Letzte, was Besucher Ihrer Seiten lesen möchten. Aber schlimmer noch: Die Enttäuschung überträgt sich negativ auf das Image Ihres Unternehmens, Ihrer Marken und Produkte und damit auf die Bereitschaft, bei Ihnen einzukaufen. Mit anderen Worten: veraltete Informationen kosten Sie Ansehen und Kunden. Sorgen Sie also dafür, dass Ihr Internetauftritt nur aktuelle und gültige Informationen enthält.
5. Nur 24 Stunden bis zur Unzufriedenheit
Das Internet ist ein sehr schnelles Medium. Die Übertragung einer E-Mail dauert nur wenige Sekunden. Wenn sich Ihr Kunde entscheidet, Ihnen eine E-Mail anstelle eines Briefes zu schreiben, dann erwartet er auch eine schnelle Reaktion. Halten Sie sich an die "24 Stunden Regel" und antworten Sie auf E-Mails spätestens nach einem Arbeitstag. Sollte die Bearbeitung länger dauern, geben Sie dem Absender eine Zwischeninformation, damit er sich darauf einstellen kann. Ansonsten haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit einen unzufriedenen Kunden mehr.
6. Auch elektronischer Geschäftsverkehr ist Geschäftsverkehr
Wenn Sie sich aus guten Gründen entschieden haben, geschäftlichen Schriftwechsel (auch) elektronisch zu führen, also wenn Sie E-Mails als Kommunikationsmittel nutzen, dann gelten hier grundsätzlich dieselben Anforderungen, als wenn Sie einen Geschäftsbrief auf Papier verschicken. Anreden wie "Hallo", das "Duzen" oder auch das Weglassen eines aussagekräftigen Betreffs passen nicht zum geschäftlichen Schriftverkehr - und damit auch nicht zu einer E-Mail, die Ihr Unternehmen verlässt.
Übrigens: Für die Aufbewahrung von originären geschäfts- oder steuerrelevanten Unterlagen gelten gesetzliche Aufbewahrungsfristen. Der Gesetzgeber unterscheidet dabei nicht, ob es sich um Papier oder eine E-Mail handelt. Bewahren Sie also sämtliche E-Mails auf, die in diesem Sinne als "relevant" einzustufen sind. Und: Ausdrucken gilt nicht!
7. Geiz ist geil - an der richtigen Stelle
Wenn Sie e-Mails im täglichen Geschäftsverkehr Ihres Unternehmens nutzen, dann haben Sie jeden Tag mehrfach die Chance, kostenlose Werbung zu betreiben. Nutzen Sie einfach die Fußzeile Ihrer elektronischen Nachrichten, um auf Ihre Homepage, besondere Aktionen oder neue Produkte aufmerksam zu machen. Schreiben Sie aber bloß keine seitenlangen Romane, sondern fassen Sie sich kurz. Beachten Sie bitte die nächste Regel, die sich u.a. auf E-Mails zu reinen Werbezwecken bezieht.
8. Regelverstöße können teuer werden
Abgucken ist im Netz durchaus erlaubt. Abkupfern hingegen kann sehr teuer werden.
Wenn Sie beispielsweise eine neue Homepage planen, dann ist es empfehlenswert, sich bei der Konkurrenz und auf einigen anderen Seiten umzuschauen: Was wird dort geboten, welche Seitenaufbau ist gut, welche Funktionen würden auch Ihren Kunden gefallen? So bekommen Sie ein gutes Gefühl dafür, was auch für Ihren Auftritt im Netz Sinn macht und was Sie lieber sein lassen sollten.
Was Sie jedoch keinesfalls tun sollten ist beispielsweise: Fremde Bilder kopieren, fremdes Kartenmaterial für die eigene Anfahrtskizze verwenden oder ganze Inhalte von anderen Seiten übernehmen, ohne vom Rechteinhaber eine (schriftliche) Erlaubnis zu besitzen. Beachten Sie ganz penibel fremde Marken- und Urheberrechte !!! Die Verletzung dieser Rechte kann Sie teuer zu stehen kommen und es gibt viele Menschen, die nichts anderes im Sinn haben, als Rechtsverstöße aufzuspüren, um damit (viel) Geld zu verdienen.
Teuer kann es auch werden, wenn Sie andere Firmen oder Endkunden mit E-Mail Werbung "beglücken", die diese gar nicht haben möchten. Schon eine Werbe E-Mail genügt, um Sie abzumahnen die Kosten dafür tragen zu lassen. Holen Sie also auch hier immer zuerst das Einverständnis des Empfängers ein (z.B. durch ein Bestätigungsfeld im Kontaktformular). Es gibt noch eine Menge weiterer Rechtsfallen, die Ihr Unternehmen viel Geld kosten können. Um sich im Internet wirklich rechtssicher zu bewegen, hilft deshalb letztlich nur fachmännischer Rat vom Anwalt. Der haftet nämlich - im Gegensatz zu Agenturen und andern, nur scheinbar rechtlich versierten Beratern - für seine Arbeit.
9. Einmal drin - nie wieder raus
Was Sie im Internet über sich persönlich und Ihr Unternehmen einmal veröffentlicht haben, ist nur schwer oder gar nicht wieder zu löschen. Damit ist nicht nur Ihr Internetauftritt gemeint. Insbesondere Informationen, die auf sog. Web 2.0 Plattformen (z.B. YouTube, Xing, Stayfriends) verbreitet werden, halten sich im Netz länger als es manchem lieb sein kann. Gehen Sie also sehr bewusst mit Ihren persönlichen Daten und Bildern um und überlegen Sie gut, welche Daten Sie einem Millionen Publikum preisgeben möchten.
10. Nicht jeder Hype ist ein Hit
Gerade kleine und mittlere Unternehmen müssen nicht sofort jedem Trend hinterherlaufen, um im Internet erfolgreich zu sein. Längst nicht jede innovative Idee setzt sich auf Dauer durch und bei guten Ideen, die auch für Ihr Geschäft nützlich sein können, sollten Sie zunächst beobachten, welche Firmen sich als Marktführer etablieren - die anderen sind oft genauso schnell vom Markt verschwunden, wie sie entstanden sind.
Dies bedeutet aber nicht, dass Sie Innovationen für multimediale Präsentationsmöglichkeiten (z.B. 3D Anwendungen, Video-Plattformen) oder Kommunikationsplattformen (z.B: Xing, Blogs) gänzlich ignorieren sollten. Im Gegenteil, diese Dienste können sehr nützlich für Ihr Geschäft sein. Sie sollten den Anbietern neuer Dienste nur nicht als Versuchsobjekt dienen und sich für einen gezielten Einsatz neuer Technologien entscheiden, wenn diese am Markt etabliert sind.
Ein Beispiel: Wenn sogar die Tagesschau darüber berichtet, dass Wahlergebnisse über den Nachrichtendienst Twitter verbreitet wurden, dann erleben Sie einen Hype - alle Welt spricht davon und "jeder" scheint ihn für sich entdeckt zu haben. Diese Welle kann man für sein Geschäft nutzen, und auf den Zug aufspringen, der in aller Munde ist. Es kann aber auch sein, dass Sie viel Mühe und Geld investieren um dabei zu sein, aber in einem halben Jahr spricht niemand mehr davon.

